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    Marquardt profitiert von früh eingeleiteter Transformation

    Geschäftsjahr 2019

    03.04.2020

    Dr. Harald Marquardt: „Das Wirtschaftsleben muss unter Einhaltung aller Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit schon bald wieder reanimiert werden.“
    • Leichtes Umsatzplus in rückläufigem Markt erzielt
    • Hohe Investitionen in F&E und neue Standorte getätigt
    • Corona-Krise: Zukunftspläne für die Zeit nach der Pandemie liegen bereit – Appell an politische Entscheidungsträger

    Rietheim-Weilheim, den 3. April 2020 – Trotz rückläufiger Konjunktur konnte die Marquardt Gruppe im Geschäftsjahr 2019 ihren Umsatz des vorausgegangenen Jahres verteidigen: Die Planziele wurden zwar deutlich verfehlt, mit 1,3 Mrd. Euro Umsatz konnte der Mechatronik-Spezialist jedoch ein leichtes Wachstum von 1,3 % erzielen. Damit hat sich Marquardt deutlich besser als die globale Automobilproduktion entwickelt, die im zurückliegenden Jahr ein Minus von etwa 6 % hinnehmen musste. Überproportionales Wachstum verzeichnete das weltweit agierende Familienunternehmen im Bereich der E-Mobilität. Wegen der Corona-Krise rechnet Marquardt mit einem schwierigen Jahr 2020, ist jedoch mit einer langfristigen Strategie auf die Zeit nach der Pandemie vorbereitet.

    Vorsprung durch Transformation
    „Die besondere Herausforderung im Geschäftsjahr 2019 lag im zeitlichen Zusammenfallen des tiefgreifenden technologischen und kostenintensiven Strukturwandels in der Automobilbranche und einer Markteintrübung, wie wir sie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr erlebt haben. Umso wichtiger war es deshalb, dass wir früh begonnen haben, unser Unternehmen mit einem nachhaltigen Transformations- und Effizienzprogramm fit für die Zukunft zu machen“, sagt Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marquardt Gruppe, und ergänzt: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben 2019 mit hohem Einsatz und großer Veränderungsbereitschaft an über hundert Einzelmaßnahmen gearbeitet. Damit konnten wir die starken Rückgänge in unserer Industrie ein gutes Stück abfedern und uns im internationalen Wettbewerb erfolgreich behaupten. Dank der Verbesserung unserer Kosteneffizienz war es uns zudem möglich, wichtige strategische Investitionen zu tätigen.“

    Batteriemanagementsysteme für E-Fahrzeuge sehr gefragt
    Im Bereich Automotive, mit dem Marquardt knapp achtzig Prozent seines Umsatzes erwirtschaftete, stieg die Nachfrage bei Batteriemanagementsystemen weiter exponentiell an. Die Steuereinheiten sorgen in Elektroautos dafür, dass die Zellen gleichmäßig geladen bleiben und entladen werden und damit Fahrzeugreichweite und Batterielebensdauer deutlich erhöht werden. Ebenso sorgen sie für die sichere Abschaltung der Ströme zwischen Ladegerät, Batterie und E-Motor.

    Mit seinem Democar präsentierte der Mechatronik-Spezialist im abgelaufenen Jahr zahlreichen renommierten Kunden in aller Welt neuste Bedienkonzepte und Lösungen für den digitalen Fahrzeuginnenraum der Zukunft. Zu den Innovationen gehören ein Multifunktionslenkrad, interaktive Touchscreens mit Fühlhilfen, eine 3D-Echtglaskonsole, funktionale Lichtleisten sowie diebstahlsichere, zertifikatverschlüsselte Fahrberechtigungs- und Zugangssysteme über das Mobiltelefon. „Die Trends zum individualisierten und digitalisierten Auto und zum autonomen Fahren geht Marquardt mit ganzheitlichen Lösungen an, die nicht nur modern und komfortabel, sondern auch intelligenter und sicherer sind“, so Dr. Harald Marquardt.

    Im Geschäftsbereich Switches, Sensors & Controls war das Unternehmen im Berichtszeitraum unter anderem mit Batterie- und Fahrberechtigungssystemen für Nutzfahrzeuge sehr erfolgreich. Positiv entwickelte sich auch das Geschäft mit Bedieneinheiten für Bau- und Landmaschinen sowie Sensorik für Haus- und Heizgeräte.

    Hohe Investitionen in Standorte und Forschung und Entwicklung
    Trotz hohen Kostendrucks hat Marquardt 2019 wieder massiv in seine Standorte und in Forschung und Entwicklung investiert: Im indischen Pune entsteht ein neues Entwicklungszentrum, das 2020 offiziell eröffnet und dann Platz für über 500 Ingenieure bieten wird. In der Stadt Weihai hat Marquardt 2019 sein zweites Werk in China eingeweiht und produziert dort Komponenten für die Automobilindustrie. An seinem neuen deutschen Standort im thüringischen Ichtershausen bei Erfurt startete das Unternehmen zudem mit der Produktion innovativer mechatronischer Produkte für den Innenraum von Premiumfahrzeugen. Künftig werden in Ichtershausen auch Batteriemanagementsysteme für elektrisch betriebene Fahrzeuge hergestellt. Am Stammsitz in Rietheim-Weilheim ist der Bau eines Entwicklungs- und Innovationszentrums (EIZ) für über 30 Mio. Euro abgeschlossen worden. Das EIZ bietet 600 Ingenieuren und Technikern modernste Arbeitsplätze und verfügt auch über ein neues Ausbildungszentrum und ein Betriebsrestaurant.

    Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 erneut auf 10 Prozent des Umsatzes. Im Berichtszeitraum meldete der Mechatronik-Spezialist fünfzig neue Patente an, unter anderem für ein innovatives Projektionsmodul, mit dem Bedienelemente situativ auf beliebige Oberflächen projiziert werden können.

    Zusätzliche Stellen in Softwareentwicklung geschaffen
    Zum 31. Dezember 2019 waren in der Marquardt Gruppe weltweit rund 10.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Zusätzliche Stellen wurden insbesondere in der Softwareentwicklung geschaffen. Weltweit sind bei Marquardt rund 1.300 Ingenieure beschäftigt.

    In Deutschland haben im zurückliegenden Jahr 33 junge Menschen eine Ausbildung bzw. ein Duales Hochschulstudium bei Marquardt begonnen. Insgesamt bildet das Familienunternehmen, insbesondere am Stammsitz sowie an mehreren internationalen Standorten, mehr als 150 Mitarbeiter in 20 Ausbildungsberufen aus.

    Langfristige Strategie für die Zeit nach der Corona-Krise
    „Die Corona-Krise trifft uns inmitten einer Phase, in der wir Marquardt auf weiteres Wachstum ausgerichtet haben“, so Dr. Harald Marquardt. „Oberste Priorität haben in dieser Ausnahmesituation jetzt die Gesundheit und der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Beschäftigungssicherung an unseren internationalen Standorten. Für die Zeit nach der Pandemie sind wir sehr gut vorbereitet. Wir haben eine langfristig angelegte Strategie für die Zukunft. Als einer der weltweit führenden Mechatronik-Experten sind wir hochmotiviert, die Transformation in der Automobilindustrie mit unseren Innovationen mitzugestalten, sei es im Bereich der E-Mobilität, im Fahrzeuginnenraum oder mit smarten Produkten für Hausgeräte, für die Agrartechnik oder die Baumaschinenbranche.“

    „Wir brauchen jetzt einen Corona-Exit-Plan für die Wirtschaft“
    An die Politik gerichtet sagt der Vorsitzende der Marquardt Geschäftsführung: „Parallel zu den notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit braucht die Wirtschaft jetzt einen klar kommunizierten Corona-Exit-Plan. Das schafft nicht nur psychologisch wichtige Orientierung, sondern Industrieunternehmen können so auch vorausplanen und ihre Produktion am Tag X wieder hochfahren. Dabei können wir durchaus von Ländern wie China oder Südkorea lernen, wo zum Beispiel konsequent Gesichtsmasken getragen werden und unter Einhaltung aller Hygienevorschriften wieder geregelt gearbeitet wird. Das Wirtschafts- und Erwerbsleben muss auch bei uns schon bald Schritt für Schritt reanimiert werden, damit die Existenz von Millionen Menschen nachhaltig gesichert wird.“

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    Video-Statement Dr. Harald Marquardt:
    Sehen Sie hier ein Video-Statement von Dr. Harald Marquardt zum Geschäftsjahr 2019 und zur Corona-Krise.