Rietheim-Weilheim, im Dezember 2022 – In der Diskussion um eine klimaneutrale Zukunft ist Wasserstoff, nicht zuletzt wegen der Vorteile bei Speicherung und Transport, vor allem für industrielle Anwendungen ein Hoffnungsträger. In Baden-Württemberg arbeiten deshalb Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam an der Weiterentwicklung der Wasserstoff-Brennstoffzelle zur Herstellung umweltfreundlicher Energie. In diesem regionalen Brennstoffzellen-cluster – H2 Regio SBH – ist der Mechatronik-Spezialist Marquardt ein wichtiger Kooperationspartner. Eine seiner Neuentwicklungen kommt direkt aus der Innovationsabteilung: die Präzisionsmesseinrichtung CVM (Cell Voltage Measurement) hat Marquardt jetzt der Hochschule Furtwangen übergeben. Das Innovations- und Forschungs-Centrum (IFC) am Hochschulcampus Tuttlingen bestückt damit seinen neuen Brennstoffzellen-Prüfstand. Der gibt Unternehmen aus der Region die Möglichkeit, ihre Produkte an einem laufenden System einzusetzen und zu optimieren.

    Zellspannungsmessung ist wie Puls messen

    Bei der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen hat sich Marquardt auf die Bereiche Messen, Überwachen und Steuern spezialisiert. Das Familienunternehmen profitiert dabei von seiner jahrelangen Erfahrung mit Batteriemanagementsystemen, deren Funktionsweise auf Brennstoffzellensysteme übertragbar ist. Die CVM ist in erster Linie für den Einsatz in Brennstoffzellen konzipiert, kann aber auch in Elektrolyseuren vorteilhaft eingesetzt werden. Sie erlaubt das Messen und Überwachen von bis zu 600 Zellen eines so genannten Brennstoffzellenstapels (Stack). Dabei ist die Messeeinheit nicht nur besonders kompakt, sondern auch schnell und präzise; dadurch können Probleme umgehend erkannt und behoben werden. „Die Zellspannungsmessung ist wie Puls messen“, erklärt Wolfgang Häussler, Produktmanager Innovations bei Marquardt. „Sie gibt Auskunft über den Allgemeinzustand des Systems: den Leistungsgrad, Stress, aber auf jeden Fall auch darüber, ob etwas nicht stimmt.“

    Win-win-Situation

    Der neue Prüfstand am IFC sieht aus wie ein riesiger Glasschrank voller Technik: ein Gewirr aus Leitungen, Ventilen, Pumpen und Kabeln und mittendrin die schuhkartongroße Brennstoffzelle mit der CVM von Marquardt. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg mit rund 300.000 Euro gefördert, mehrere Partnerunternehmen aus der Industrie sind beteiligt. Aus Sicht von Prof. Dr. Frank Allmendinger, Projektleiter und stellvertretender wissenschaftlicher Direktor am IFC, ist die Kooperation mit Marquardt eine perfekte Win-win-Situation: „Das IFC erhält eine hochwertige Komponente und Marquardt kann das Produkt mithilfe der Hochschule weiterentwickeln.“ Ziel des Projekts sei es, die einzelnen technologischen Komponenten in dem von allen Seiten zugänglichen Schauschrank zu optimieren und so die gesamte Technologie auch wirtschaftlich attraktiver zu machen.

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